Setzsysteme

 

Die Wahrheit über Setzsysteme

Kasinospieler werden immer nach neuartigen Strategien und Setzsystemen suchen, mit denen sich Gewinne garantieren lassen. Dabei geht es darum, das Kasino auf lange Sicht zu schlagen. Im Laufe der Jahre wurden Systeme gefunden, mit denen dies kurzzeitig gelingt, langfristig bringt aber keins der Systeme Gewinne ein. Irgendwann nähern sich der eingesetzte Betrag und der gewonnene einander immer an, bis der Spieler mehr verliert als er gewinnt.

Der Hauptgrund dafür, warum Setzsysteme für manche Online-Kasinospiele letztendlich nicht erfolgreich sind, liegt darin, dass der Ausgang von Spielen wie Roulette oder Craps zu 100 % vom Zufall bestimmt wird und nicht beeinflusst werden kann. Es gibt kein System, das diesen Ausgang erfolgreich berechnen oder vorhersagen kann. Jede Drehung und jeder Würfelwurf ist unabhängig und folg keinen Regeln und keinen Standards. Wie Albert Einstein einst sagte, "Es ist unmöglich, beim Roulette zu gewinnen, es sei denn, man stiehlt Chips vom Tisch, wenn der Croupier nicht hinschaut." Als Website, die alle Themen und Gesichtspunkte zum Thema Kasinospiele behandelt, haben wir uns trotzdem entschlossen, mehrere verschiedene Setzsysteme und Ideen zum Thema zu diskutieren. Dazu zitieren wir verschiedene Experimente und Daten, die das Unausweichliche belegen: Das Haus wird immer einen Vorteil haben. Es gibt derzeit kein Setzsystem, welches das Gegenteil bewiesen hat.

 

Der Spielerfehlschluss

Der "Spielerfehlschluss" ist eine der größten Mythen auf dem Gebiet der Glücksspiele. Dieser Mythos besagt: Wenn ein bestimmtes Spielereignis in letzter Zeit nicht eingetreten ist, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es eintritt, weil es überfällig ist. Dies wird als Spielerfehlschluss bezeichnet. Weil dies erstmal plausibel klingt, haben viele Spieler Setzsysteme aufgestellt, die auf diesem Spielerfehlschluss basieren, indem sie Wetten gegen die letzten Ausgänge des Spiels setzen. Wenn die Roulettekugel zum Beispiel mehrmals hintereinander auf Schwarz fällt, setzen sie auf Rot. Viele Menschen verkaufen garantierte Setzsysteme, die auf dem Spielerfehlschluss basieren, und behaupten, dass sie helfen würden, schnell reich zu werden. Selbst wenn man damit ein- oder zweimal gewinnt, sind sie aber noch lange nicht garantiert. Wenn Sie weiterhin an den Spielerfehlschluss glauben, finden Sie im Folgende einige Quellen, die sich dazu geäußert haben:

Encyclopedia Britannica (Unter "Gambling", übersetzt):

"Der Spielerfehlschluss geht irrtümlicherweise davon aus, dass die verschiedenen Spielrunden in einem glücksbasierten Spiel verbunden und nicht voneinander unabhängig sind. Es gibt viele Setzsysteme, die sich aus diesem Fehlschluss ableiten. Um zu beweisen, dass sie nicht funktionieren, nehmen Kasinos gern alle Einsätze entgegen, die auf solchen Systemen beruhen, da sie wissen, dass sie Spielern keinen Vorteil bringen."

The Theory of Gambling and Statistical Logic (von Richard A. Epstein, übersetzt):

"Es gibt zahlreiche Setzsysteme, die behaupten sicher zu sein, und es gibt viele Menschen, die an sie glauben. Fakt ist, dass Setzsysteme nur einer der zahlreichen Irrglauben in der Geschichte der Glücksspiele sind."

 

Das Martingale-Setzsystem

Das Martingale-Setzsystem folgt dem wohlbekannten Konzept von "doppelt oder nichts". Das heißt, dass Spieler in diesem System ihren Einsatz verdoppeln, nachdem sie verloren haben. Das Martingale-System wurde für Spiele entwickelt, die Wetten anbieten, die bei Gewinn 1:1 auszahlen. Dies sind zum Beispiel die Wetten auf Rot oder Schwarz beim Roulette sowie die Wetten auf Pass/Don’t Pass bei Craps. Die Idee dahinter ist, dass Sie, falls Sie verlieren und Ihren Einsatz jeweils verdoppeln, alle Ihre Verluste wiedergutmachen (+1 Einsatz gewinnen), wenn Sie irgendwann gewinnen. Wenn Sie zum Beispiel mit 1 Euro beginnen und 4 Runden in Folge verlieren und dann die 5. gewinnen, bedeutet das, dass Sie insgesamt 15 € gesetzt und verloren haben. In der 5. Runde setzen Sie 16 € und gewinnen 16 €, Sie haben also Ihre Verluste ausgeglichen und 1 Euro Gewinn erzielt. Dieses Setzsystem hat zwei grundlegende Probleme. Das erste ist, dass Sie leicht Ihr ganzes Geld verlieren können, bevor Sie die Chance zum Gewinnen haben. Das zweite ist, dass Sie das Hauslimit (den Maximaleinsatz) erreichen können, der verhindert, dass Sie weiterhin verdoppeln.

Experiment Nummer 1:

Um das zu beweisen, können Sie ein Experiment durchführen, um normales Setzen und das Martingale-System zu vergleichen. Nehmen wir an, wir spielen die Pass-Wette in Craps, die eine Gewinnwahrscheinlichkeit von 39,29 % hat. Der Spieler, der dem Martingale-System folgt, beginnt mit einem Einsatz von einem Euro und beginnt seinen Versuch mit einem Budget von 255 €, was genug ist, um acht aufeinanderfolgende Verluste abzudecken. Der Spieler, der immer den gleichen Betrag setzt, wird jeweils 1 Euro setzen, während der Martingale-Spieler 100 Runden spielt oder so lange, bis er den nächsten Einsatz nicht mehr bezahlen kann. In diesem Fall würde er den Tisch mit seinem restlichen Geld verlassen. Der Spieler mit dem konstanten Einsatz spielt jeweils 100 Spiele. Wenn man ein Computerprogramm schreibt, das für beide Spieler diese Strategie 1 Million Mal wiederholt und die Ergebnisse aufträgt, erhält man Grafen, die folgendermaßen aussehen.

Diagramm

Schlussfolgerung:

Aus der Grafik lässt sich eindeutig ablesen, dass die Ergebnisse für den Spieler mit dem konstanten Einsatz eine einzige Glockenkurve ergeben, die ein Maximum bei 1 Euro hat. Im Vergleich dazu zeigt die Kurve für den Martingale-Spieler einen Gewinn, der ebenfalls von einer Glockenkurve im rechten Teil beschrieben wird und sein Maximum bei 51 Euro hat. Zusätzlich sehen wir hier aber links eine Erhebung, die bedeutet, dass der Spieler oft seinen Einsatz nicht mehr bezahlen konnte und den Tisch nach einer Reihe von Niederlagen verlassen hat. Dies geschah in 19,56 % aller Fälle.

Im Experiment betrug der Sitzungsverlust für den Spieler mit dem konstanten Einsatz 1,12 Euro, während er für den Martingale-Spieler 4,20 Euro betrug. In beiden Fällen betrug das Verhältnis von verlorenem zu gewonnenem Geld fast 7/495. Dies entspricht dem Vorteil des Hauses für die Pass-Wette bei Craps. Dies ist kein Zufall, stattdessen beweist es, dass unabhängig vom Setzsystem das Ergebnis genau oder mindestens fast dem Vorteil des Hauses entsprechen wird. Das ist es, wovon Kasinos leben.

Um dies noch besser zu belegen, gehen wir von einem Martingale-Spieler aus, der 1 Euro gewinnen möchte und mit demselben Einsatz beginnt, aber ein Budget von 2.047 € hat, was zehn Verluste in Folge abdecken kann. Die folgende Tabelle zeigt alle möglichen Ergebnisse jeder zu erwartenden Wette nebst Wahrscheinlichkeit und Gewinn.

 

Chart
 

Der erwartete Einsatz ergibt sich aus Wahrscheinlichkeit und Gesamteinsatz. Analog ergibt sich der Erwartungswert für den Gewinn aus Wahrscheinlichkeit und Gesamtgewinn. Die letzte Reihe ganz unten zeigt, dass der Martingale-Spieler einen durchschnittlichen Gesamteinsatz von 11,81172639 hatte und dass sein Durchschnittsverlust 0,16703451 betrug. Wenn wir den Durchschnittsgewinn durch den Durchschnittsverlust dividieren, erhalten wir 0,01414141 – dieselbe Zahl, die wir erhalten, wenn wir den Vorteil des Hauses für diese Wette bei Craps berechnen, der 7/495 beträgt. Das zeigt, dass das System weder besser noch schlechter als das Setzen konstanter Beträge ist, da alle zum selben Ergebnis führen – dem Vorteil des Hauses.

Experiment Nummer 2:

Dies ist ein weiteres Experiment, das genau dasselbe beweist wie das erste Experiment. In diesem Experiment spielen wir Roulette. Diesmal testen wir drei Setzsysteme. Spieler 1 verwendet einen konstanten Einsatz pro Runde in Höhe von 1 Euro. Spieler 2 beginnt mit 1 Euro und er steigert seinen Einsatz jeweils um 1 Euro, wenn er gewinnt. Wenn er verliert, beendet er diesen Versuch und beginnt wieder mit einem Einsatz von 1 Euro. Spieler 3 beginnt mit einem Einsatz von 1 Euro und verwendet das Martingale-System, was bedeutet, dass er seinen Einsatz jeweils verdoppelt, wenn er verliert. Wenn er gewinnt, endet sein Versuch und er beginnt einen neuen mit einem Starteinsatz von 1 Euro. Um das Modell realistisch zu halten, beträgt der Maximaleinsatz für Spieler 3 200 Euro. Hier sind die Ergebnisse des Experiments:

Spieler 1:

– Der gesetzte Gesamtbetrag entspricht 1.000.000.000 €.

– Der Gesamtverlust beträgt 52.667.912 €.

– Der gesetzte Durchschnittsbetrag beträgt 1 €.

– Das Verhältnis aus Verlust und gesetztem Geld beträgt 0,052668.

– Der erwartete Verlust beträgt 52.631.579 €.

Spieler 2:

– Der gesetzte Gesamtbetrag entspricht 1.899.943.349 €.

– Der Gesamtverlust beträgt 100.056.549 €.

– Der gesetzte Durchschnittsbetrag beträgt 1,90 €.

– Das Verhältnis aus Verlust und gesetztem Geld beträgt 0,052663.

– Der erwartete Verlust beträgt 99.997.018 €.

Spieler 3:

– Der gesetzte Gesamtbetrag entspricht 5.744.751.450 €.

– Der Gesamtverlust beträgt 302.679.372 €.

– Der gesetzte Durchschnittsbetrag beträgt 5,74 €.

– Das Verhältnis aus Verlust und gesetztem Geld beträgt 0,052688.

– Der erwartete Verlust beträgt 302.355.340 €.

Schlussfolgerung:

Es wird klar, dass das Verhältnis aus Verlust und Einsatz immer fast gleich ist und dem Vorteil des Hauses entspricht, der 1/19 und damit 0,052632 entspricht. Dies bedeutet, dass die verschiedenen Setzsysteme alle mit demselben Verhältnis enden. Am Ende spielt es also keine Rolle, welches System Sie verwenden, als Endergebnis ergibt sich immer der spielspezifische Vorteil des Hauses.
 

Die hässliche Wahrheit über Setzsysteme

Die traurige Wahrheit ist, dass es kein einziges erfolgreiches Setzsystem gibt. Wenn es anders wäre, warum sollten die Verkäufer es dann anbieten, anstatt es selbst in Kasinos einzusetzen und Millionen zu verdienen? Es wimmelt online von Personen, die versuchen, diese Setzsysteme zu verkaufen, und Versprechen abgeben, dass sie die Kasinos in glücksbasierten Spielen schlagen können. Diese Personen sind dieselben, die im 19. Jahrhundert Schlangenöl verkauft haben. Darum sollten Sie auf keinen Fall Ihr Geld auf diese Systeme verschwenden, denn immer, wenn diese einem Computertest unterzogen werden, versagen sie und zeigen dieselbe Gewinnerwartung, die man erhält, wenn man mit konstantem Einsatz spielt – den Hausvorteil des entsprechenden Spiels.

Wenn Sie einen dieser Verkäufer fragen, warum sein System in der Computersimulation versagt, wird er sagen, dass niemand Millionen oder Milliarden Spiele im Kasino spielt. Er wird auch behaupten, dass das Setzsystem in echten Spielen einwandfrei funktioniert und nur in einer Computersimulation versagt. Dies ist eine sehr amüsante Antwort, da Computersimulationen und -versuche auf jedem Gebiet verwendet werden und Profis und Forscher sich darauf verlassen. Offensichtlich versagen sie aber beim Testen von Setzsystemen. Eigentlich ist es ziemlich einfach: Wenn etwas in einer virtuellen Simulation versagt, wird es im echten Leben auch nicht funktionieren. Darum nennt man das einen Test.

Diese Setzsysteme und die Leute, die sie verkaufen, gibt es schon so lange wie Glücksspiele selbst, und nichts davon hat sich bisher als erfolgreich herausgestellt. Mittlerweile ist auch klar, dass es sich um ein schmutziges Geschäft handelt, da die Verkäufer ständig von einem System zum nächsten wechseln. Sie verkaufen ständig alte Systeme als neue und versuchen, Leute über den Tisch zu ziehen, um schnell Geld zu verdienen.

Die Verkäufer dieser Systeme versprechen ihren Kunden meist unglaubliche Gewinne. Falls diese Vorteile wahr wären, müssten diese Leute diese Systeme nicht verkaufen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, da sie damit Millionen und Abermillionen in Kasinos verdienen könnten. Wenn ein System zum Beispiel nur einen Vorteil von 1 % bei einer Wette einbringen würde, die 1:1 auszahlt, würde das bedeuten, dass sie aus 100 € im Handumdrehen 1 Million machen könnten. Um das zu beweisen, folgt hier die Computersimulation von vier verschiedenen Tests. Zwei von ihnen simulieren einen 1%-igen Vorteil mit einem Startkapital von 100 bzw. 1000 €, während die beiden anderen einen 2%-igen Vorteil mit demselben Startkapital auswerten. Hier sind die vier verschiedenen Ergebnisse für die vier Fälle.
 
1 % Vorteil – 100 € Startkapital

– Es wurden 7.182.811.698 Wetten gewonnen, was 50,4999 % entspricht.

– Es wurden 7.040.599.544 Wetten verloren, was 49,5001 % entspricht.

– Spieler haben ihr gesamtes Kapital vor Erreichen von 1.000.000 € verloren: 16.249 Mal, was 16,981 % entspricht.

– 79.438 Spieler haben die 1.000.000 € erreicht, das entspricht 83,019 %.

– Es sind 174.972 Runden nötig, um 1.000.000 € zu erzielen.

2 % Vorteil – 100 € Startkapital

– Es wurden 7.027.117.205 Wetten gewonnen, was 51 % entspricht.

– Es wurden 6.751.539.769 Wetten verloren, was 49 % entspricht.

– Spieler haben ihr gesamtes Kapital vor Erreichen von 1.000.000 € verloren: 4.180 Mal, was 1,901 % entspricht.

– 215.702 Spieler haben die 1.000.000 € erreicht, das entspricht 98,099 %.

– Es sind 63.775 Runden nötig, um 1.000.000 € zu erzielen.

1 % Vorteil – 1000 € Startkapital

– Es wurden 5.213.026.190 Wetten gewonnen, was 50,4999 % entspricht.

– Es wurden 5.109.817.544 Wetten verloren, was 49,5001 % entspricht.

– Spieler haben ihr gesamtes Kapital vor Erreichen von 1.000.000 € verloren: 734 Mal, was 0,9715 % entspricht.

– 74.818 Spieler haben die 1.000.000 € erreicht, das entspricht 99,0285 %.

– Es sind 137.208 Runden nötig, um 1.000.000 € zu erzielen.

2 % Vorteil – 1000 € Startkapital

– Es wurden 6.332.837.070 Wetten gewonnen, was 50,9996 % entspricht.

– Es wurden 6.084.596.671 Wetten verloren, was 49,004 % entspricht.

– Spieler haben ihr gesamtes Kapital vor Erreichen von 1.000.000 € verloren: 1 Mal, was 0,0004 % entspricht.

– 267.445 Spieler haben die 1.000.000 € erreicht, das entspricht 99,9996 %.

– Es sind 46.428 Runden nötig, um 1.000.000 € zu erzielen. 

Das zeigt, dass schon ein geringes Startkapital von 100 € und ein nur 1%-iger Vorteil ausreichen, um sich ganz leicht zu einer Million zu spielen. Wenn das wahr wäre, wären wir alle längst Millionäre und die Kasinos wären pleite.

Es gibt online zusätzlich auch Leute, die Glücksspielpläne verkaufen und behaupten, dass es sich dabei nicht um Setzsysteme handeln würde. Sie benutzen große und abgehobene Worte wie Fraktale und Chaos, werden Ihnen aber niemals etwas Nützliches liefern.

Schlussfolgerung:

Wenn Sie in einem Online-Kasino gewinnen wollen, spielen Sie überlegt, verwalten Sie Ihr Geld gut und vielleicht haben Sie Glück und knacken den Jackpot eines Spielautomaten oder sahnen richtig am Roulettetisch ab. Zusätzlich lassen sich auch ansehnliche Gewinne in Spielen erzielen, die nicht nur auf Glück basieren, wie Poker oder Blackjack. Was auch immer Sie tun, verlassen Sie sich nicht auf ein Setzsystem, das Gewinne und Reichtum verspricht, indem Sie dem System folgen. Keins dieser Systeme kann seine Versprechen einhalten. Sie werden Ihr Geld für den Kauf des Systems verschwenden und noch mehr Geld, indem Sie das System befolgen.